So handelst du sicher beim Kindernotfall – Ein Beitrag für medizinischen Fachpersonal wie Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Notarzt. Diese 5 Tipps sollen dir helfen Kindernotfälle sicher zu bewältigen.
Bereite dich auf der Anfahrt vor #
Notiere alle notwendigen Daten. Dazu gehören:
- Patientengewicht anhand von Kindesalter
- Gängige Größen von Guedel, Wendel und supraglottischem Atemweg
- ggf. Tubusgröße, Einführtiefe
- Dosierungen für Adrenalin. Amiodaron und Volumen
- Spezifische Medikamente anhand des Meldebildes
Egal zu welchem Notfall du fährst – auch wenn es nur die Kopfplatzwunde ist: je häufiger du dieses Vorgehen trainierst, desto sichererer bist du darin, wenn du es brauchst.
Checke die Kindertasche an deinem persönlichen Termin #
Ganz egal wann eure Kindertasche auf dem RTW gecheckt werden muss: Du setzt unabhängig davon deinen persönlichen Termin, der mindestens monatlich stattfindet.
Durch das wiederholte Checken lernst du genau, wo welches Material liegt. So wirst du auch in einer Stresssituation zuverlässig auf das richtige Material zugreifen können.
Dieser Trick ist auch für weiteres Material, welches man nur selten benötigt, anwendbar.
Weniger ist mehr #
Gerade bei Kindern ist weniger oft mehr. Der Blutdruck ist wenig aussagekräftig, wenn das Kind wegen dem Schmerz der aufgepumpten Manschette zappelt.
Mithilfe von pädiatrischem Beurteilungsdreieck und ABCDE bist du in der Lage, dir einen schnellen Überblick zu verschaffen und dich damit auf die minimalsten Interventionen zu verlassen.
Eine schlecht abgeleitete SpO2-Kurve und ein fragwürdiger Blutdruck-Wert nach dem dritten Messversuch haben dir keine zuverlässige Aussagekraft. Allerdings stressen sie den jungen Patienten.
Beziehe Eltern mit ein und befähige sie, dir zu helfen #
Eltern können eine Notfallsituation positiv, aber auch negativ beeinflussen. Eltern sollen in die Versorgung einbezogen werden. So können Eltern die Sauerstoffmaske vor das Gesicht des Kindes halten oder auch ein Zäpfchen applizieren.
Wichtig ist hierbei, die Eltern auch zur Hilfe zu befähigen. Wir können nicht davon ausgehen, dass Maßnahmen beherrscht werden. Erkläre den Eltern die Maßnahme und die Notwendigkeit. So kannst du sie befähigen, dich in der Versorgung zu unterstützen.
Kinder haben einen Namen #
Je kleiner ein Kind ist, desto häufiger erlebt man, dass über das Kind gesprochen wird. Das Kind ist dabei ein zu vermeidender Ausdruck – immerhin haben die Kinder einen Namen bekommen. Auch wenn die meisten Kinder erst mit 12 Monaten den eigenen Namen erkennen, sollen wir Kinder immer mit ihrem Namen ansprechen. Maßnahmen können kindgerecht dem Kind erklärt werden. Relevante Informationen können danach noch immer mit den Eltern besprochen werden. Vermeide im Einsatz Bezeichnungen wie “das Kind”, sondern verwende den Namen.
Zusammenfassung #
Kindernotfälle sind selten. Wenn wir uns auf echte Kindernotfälle vorbereiten werden wir diese erfolgreich meistern. Die komplette Zusammenfassung meiner 5 Tipps für den Kindernotfall kannst du hier herunterladen.
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