In der Präklinik werden wir einer akuten Aspirationspneumonie eher selten begegnen. Das Krankheitsbild kann allerdings die Folge verschiedener Erkrankungen sein. Auch ein schlechtes Atemwegsmanagement kann zu einer Aspirationspneumonie führen, welche mitunter tödlich verläuft. Werfen wir einen Blick auf ein Krankheitsbild, welches wir durch ein bewusstes Atemwegsmanagement verhindern können.
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Aspiration
Als Aspiration bezeichnen wir das Eindringen von Fremdkörpern in die Atemwege. Die daraus entstehenden Krankheitsbilder und die folgende Behandlung ist abhängig vom aspirierten Material. Begünstigt wird die Aspiration durch einen gestörten Schluckreflex, zum Beispiel bei:
- Alkohol
- Bewusstlosigkeit
- Schädel-Hirn-Trauma
- Schlaganfall
- Narkosen
- Medikamente
- Neurologischen Erkrankungen (Parkinson, Myasthenie, etc.)
- Dysphagie
Folgen einer Aspiration
Festes Material führt eher zur Pneumonie, während wässrige Flüssigkeiten eher eine Bronchitis und größere Mengen ein Lungenödem auslösen. Sekrete aus dem Mund-Rachen-Raum oder Mageninhalt führen zu einer Pneumonie.
Im Rahmen der Reanimation, einer Notfallnarkose oder bei einem bewusstlosen Patienten mit schlechtem Atemwegsmanagement und einer nachfolgenden Aspiration von vorwiegend Magensäure entsteht innerhalb von 24 Stunden das sogenannte Mendelson-Syndrom. Es handelt sich um eine Aspirationspneumonie nach Aspiration von Magensäure. Dieses kann sich bis zum ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) entwickelt.
Vorsorge ist die beste Therapie
Die beste Therapie ist ein bewusstes Atemwegsmanagement, damit die Aspirationspneumonie gar nicht erst entsteht. Leider wird das Atemwegsmanagement besonders bei somnolenten Patienten vernachlässigt. Patienten mit einer plötzlich auftretenden Dysphagie (z. B. Schlaganfall) darf kein Essen oder Trinken angereicht werden.
Zusammenfassung
Die Aspirationspneumonie kann den Krankheitsverlauf unserer Patienten negativ beeinflussen. Es liegt in der Hand des Rettungsfachpersonals, eine Aspirationspneumonie gar nicht erst entstehen zu lassen. Das Mendelson-Syndrom ist eine Aspirationspneumonie nach Aspiration von Magensäure.
Quellen
- Seiler F, Bals R, Schmidt M. Aspirationspneumonie. In: Baenkler H, Bals R, Goldschmidt H, Hahn J, Hinterseer M, Knez A, Möhlig M, Pfeiffer A, Schäfer J et al., Hrsg. Kurzlehrbuch Innere Medizin. 4., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.
- Pfeifer M. Aspirationspneumonie. In: Arastéh K, Baenkler H, Bieber C, Boesecke C, Brandt R, Bruns B, Bugaj T, Chatterjee T, Ditting T et al., Hrsg. Duale Reihe Innere Medizin. 5., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2024.








