Insbesondere bei Bränden kommt es immer wieder zu Notfällen bei Kameraden der Feuerwehr. Grund dafür ist auch die dicke Bekleidung, die den Feuerwehrmann vor Hitze schützen soll. Leider behindert diese auch die Wärmeabgabe. Der Feuerwehrmann arbeitet körperlich, unter Hitzeeinwirkung und bei behinderter Wärmeabgabe. Merke: Die Hitzeschutzkleidung der Feuerwehr kann bei heißen Temperaturen Hitzenotfälle begünstigen.
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Rescuelearn Beitrag
Hitzekollaps, Hitzschlag und Hitzeerschöpfung
Die drei wahrscheinlichsten Krankheitsbilder während eines Brandeinsatzes sind Hitzekollaps, Hitzschlag oder die Hitzeerschöpfung. Gerade unter Atemschutz sind die Hitzeerschöpfung und der Hitzschlag nicht unwahrscheinlich.
Die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversichung) hat einige Hinweise zur Arbeit bei Feuer und Sommerhitze veröffentlicht.
Tipps zur Arbeit bei Feuer und Sommerhitze
- Sonnenschutz tragen, Pausen einlegen
- Wenn möglich körperliche Belastungen reduzieren
- Auf die Flüssigkeitszufuhr achten
- Wenn möglich abkühlen
- Rechtzeitig an Ablösungen denken und nachalarmieren
- Wann immer es taktisch und sicherheitstechnisch möglich ist, sollte auf die dicke Einsatzkleidung verzichtet werden
Trinkmenge
Im Allgemeinen ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Nach einem Einsatz mit Pressluftatmern oder Chemikalienschutzanzügen sollte die Trinkmenge um weitere 1,5 Liter aufgestockt werden. Bei unzureichender Trinkmenge kann es zur Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag kommen.
Basismaßnahmen
- Vorgehen nach ABCDE und Bodycheck
- Basismonitoring
- Patienten an einen kühlen, schattigen Ort bringen, vor Sonneneinstrahlung schützen
- Flüssigkeitszufuhr oral
- Lagerung
- bewusstseinsklar: erhöhter Oberkörper
- bei Hypotonie: Flach- bzw. Schocklagerung
- bewusstlos: Seitenlage
Erweiterte Maßnahmen
- O2-Gabe bei Schockzeichen
- i.v.-Zugang vorbereiten und legen
- bei > 40,5°C Kerntemperatur Kaltwasser-Immersion erwägen
Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag
Der Hitzschlag ist ein lebensbedrohliches Krankheitsbild, welches einer intensivmedizinischen Abklärung bedarf. Bei einer Hitzeerschöpfung sind die Kompensationsmechanismen intakt. Der Patient schwitzt. Beim Hitzschlag hat der Patient eine erhöhte Körpertemperatur und schwitzt nicht mehr. Achte auf neurologische Symptome und Vigilanzminderung.
Zusammenfassung
Aufgrund der Hitzeschutz-Kleidung kann es im Rahmen eines Fuerwehreinsatzes zu lebensbedrohlichen Hitzenotfällen kommen. Achte auf neuroligische Auffälligkeiten und die Körpertemperatur deines Patienten. Durch Präventionsmaßnahmen lässt sich das Risiko eines Hitzenotfalls während des Feuerwehr-Einsatzes verringern.
Quelle
- retten – Notfallsanitäter. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2023. doi:10.1055/b-006-163295
- EV, D. G. U. (2018, 24. September). Arbeit bei Feuer und Sommerhitze. https://www.dguv.de/de/mediencenter/pm/pressearchiv/2018/quartal_3/details_3_342722.jsp
- Lott, C., Karageorgos, V., Abelairas-Gomez, C., Alfonzo, A., Bierens, J., Cantellow, S., Debaty, G., Einav, S., Fischer, M., González-Salvado, V., Greif, R., Metelmann, B., Metelmann, C., Meyer, T., Paal, P., Peran, D., Scapigliati, A., Spartinou, A., Thies, K., . . . Deakin, C. D. (2025b). European Resuscitation Council Guidelines 2025 Special circumstances in resuscitation. Resuscitation, 215, 110753. https://doi.org/10.1016/j.resuscitation.2025.110753









