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Kategorisierung respiratorischer Störungen

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Respiratorische Störungen sind häufige Alarmierungsgründe für den Rettungsdienst. Das Leitsymptom ist meistens DyspnoeDyspnoe Atemnot. Durch die Kategorisierung der respiratorischen Störungen können wir die Ursache besser benennen und die Therapie an dieser ableiten.

Kategorien #

Wie so oft, lassen sich Notfälle anhand verschiedener Eigenschaften kategorisieren. Die grundlegende Kategorisierung kann in drei Bereiche erfolgen:

  • Ventilationsstörung
  • Diffusionsstörung
  • Perfusionsstörung

Um diese Störungen aufzubereiten eine kurze Zusammenfassung des Gasaustauschs.

Physiologischer Atemvorgang #

Betrachtet man den Weg der Atemluft genauer, kann man drei wichtige Abschnitte definieren:

  • Die Atemluft strömt über die oberen und anschließend die unteren Atemwege in die Lungen. Dies ist die Ventilation.
  • Die Wände der Alveolen und Kapillaren sind sehr dünn und liegen dicht aneinander. Sauerstoff und CO₂ gelangen durch die Wände. Dieser Vorgang ist bekannt als Diffusion.
  • Nur wenn die Lunge ausreichend durchblutet ist, kann der Gasaustausch stattfinden. Bei der Durchblutung spricht man von Perfusion.

Gasaustausch in der Lunge #

Beim Einatmen strömt mit Sauerstoff angereicherte Atemluft über die Atemwege in die Alveolen. Dort kommt es zum Gasaustausch: Aus dem Blut wird CO₂ in die Atemluft abgegeben. In das Blut wird O₂ aus der Atemluft aufgenommen. Physiologisch sieht das folgendermaßen aus:

Physiologischer Gasaustausch (Kategorisierung respiratorischer Störungen)

Ventilationsstörung #

Kommt es aufgrund einer akuten Erkrankung oder einem Notfall zur Störung der Ventilation spricht man von einer Ventilationsstörung. Das kann die Verlegung oder auch eine Verengung der Atemwege sein.

Ventilationsstörung (Kategorisierung respiratorischer Störungen)

Beispiele für dieses Krankheitsbild sind die Aspiration eines Fremdkörpers, Asthma oder auch Ödeme durch eine anaphylaktische Reaktion.

Diffusionsstörung #

Der Gasaustausch kann nur stattfinden, da die Kapillaren und Wände der Alveolen sehr dünn sind. Kommt es zu einer Verlängerung der Diffusionsstrecke liegt eine Diffusionsstörung vor. Ein Beispiel für diese Störung ist das Lungenödem.

Diffusionsstörung (Kategorisierung respiratorischer Störungen)

Perfusionsstörung #

Beim Gasaustausch wird CO₂ aus dem Blut abgegeben und O₂ in das Blut aufgenommen. Der Sauerstoff bindet sich dabei größtenteils an das Hämoglobin.

Perfusionsstörung (Kategorisierung respiratorischer Störungen)

Werden die Alveolen nicht ausreichend durchblutet oder steht nicht genügend Hämoglobin zu Verfügung, liegt eine Perfusionsstörung vor. Beispiele für dieses Krankheitsbild sind eine Lungenembolie oder der Schock.

Krankheitsbilder mit mehreren Ursachen #

Ein Bolusgeschehen lässt sich als Krankheitsbild eindeutig der Ventilationsstörung zuordnen. Durch den Bolus ist eine Ventilation nicht mehr möglich.

Es gibt natürlich auch Krankheitsbilder, die sich nicht einer einzigen respiratorischen Störung zuordnen lassen. Bei einer COPD beispielsweise kommt es zu einer Ventilationsstörung, aber auch zu einer Diffusionsstörung. Auch das Inhalationstrauma lässt sich in zwei Kategorien zuordnen. Hier kommt es zu einer Diffusionsstörung in den Alveolen, aber auch zu einer Ventilationsstörung.

Zusammenfassung #

Mittels Einteilung in Diffusionsstörung, Ventilationsstörung und Perfusionsstörung kannst du die Ursache schneller erkennen und auch behandeln. Dieses Grundlagenwissen ist nicht nur prüfungsrelevant, sondern ermöglicht dir ein besseres Verständnis der jeweiligen Pathophysiologie. Notfallsanitäter und Rettungssanitäter sollten die verschiedenen Störungen kennen und erklären können.

Quelle: #

Dönitz, S. & Flake, F. (2022). Mensch Körper Krankheit für den Rettungsdienst.