Die Speiseröhre ist in der Notfallmedizin ein relevantes Organ mit eigenen Krankheitsbildern. Bei der Atemwegssicherung wird durch die Speiseröhre die Magensonde geschoben und beim TEE, wird die Ultraschallsonde im Ösophagus platziert. Notfallsanitäter und Rettungssanitäter sollten die Speiseröhre beschreiben können.
Inhaltsverzeichnis
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Funktion der Speiseröhre
Der Ösophagus verbindet den Rachen mit dem Magen. Die Hauptaufgabe ist der Transport von Nahrung von der Mundhöhle bzw. dem Rachen in den Magen.
Damit der Transport in den Magen stattfindet, nutzt die Speiseröhre die sogenannte Peristaltik. Mit dem wellenförmigen Bewegungsmuster wird der Speisebrei in den Magen transportiert.
Lage und Aufbau
Die Speiseröhre ist ein ca. 25cm langer, elastischer Muskelschlauch aus glatter Muskulatur. Am Ringknorpel des Kehlkopfs liegt der Osöphagusmund. Von hier verläuft die Speiseröhre zwischen Trachea und Wirbelsäule bis ins Mediastinum.
Unterhalb der Bifurkation der Trachea überkreuzt der Aortenbogen den Ösophagus. Durch ein Loch im Zwerchfell verlässt der Ösophagus den Thoraxraum. Im Abdominalraum zieht der Ösophagus am linken Leberlappen entlang und endet am Mageneingang.
Einteilung der Speiseröhre
Man kann den Ösophagus in drei Teile einteilen:
- Halsteil (Pars cervicalis):
ca. 8cm lang
Kehlkopfrachen bis Eingang Brustkorb - Brustteil (Pars thoracalis):
ca. 16cm lang
Brustkorbeingang bis zum Zwerchfell - Bauchteil (Pars abdominalis):
ca. 1-3cm lang
Zwerchfell bis Mageneingang
intraperitoneal gelegen
Engstellen
Das Lumen der Speiseröhre ist an drei Stellen verengt:
- obere Enge: liegt am Ösophagusmund. Der obere Ösophagussphinkter verhindert Eindringen von Luft in die Speiseröhre.
- mittlere Enge: liegt etwa auf Höhe des 4. Brust-Wirbel-Körper. Einengung durch Aortenbogen und linken Hauptbronchus.
- untere Enge: wird auch als Zwerchfellenge bezeichnet. Beim Übertritt von Thorax- in den Bauchraum.
Feinbau der Speiseröhre
Im Allgemeinen entspricht der Wandaufbau der Speiseröhre dem Wandaufbau des Verdauungstrakts. Da die Mukosa nicht zu empfindlich gegen harte Speisestücke sein darf, ist die Schleimhaut zusätzlich mit einem unverhornten Plattenepithel überzogen.
Die Muskularis besteht aus einer inneren Ringmuskelschicht und einer äußeren Längsmuskelschicht. Am unteren Ende liegt der untere Ösophagussphinkter. Da dieser den Rückfluss von Magensäure verhindern soll, ist dieser komplizierter aufgebaut als die anderen Schließmuskel des Körpers.
Gefäßversorgung der Speiseröhre
Der Halsteil des Speiseröhre wird durch die unteren Schilddrüsenarterien (A. thyroidea inferior) versorgt. Der Brustteil wird direkt von Ästen aus der Aorta versorgt. Diese nennt man Ösophagusäste (Rami oesophageales). Im Bauch sind die Zwerchfellarterien (Aa. phrenicae inferiores) und die linke Magenarterie (A. gastrica sinistra) für die Versorgung zuständig.
Für den venösen Abstransport sind im Hals- und Brustbereich die untere Hohlvene (V. cava superior) und im Bereich des Bauches die Pfortader (V. portae) zuständig.
Innervation
Die Bewegung der Speiseröhrenmuskulatur wird auch als Peristaltik bezeichnet. Diese wird durch das vegetative Nervensystem unbewusst gesteuert.
Parasympathische Nervenfasern aktivieren die Speiseröhrenbewegung und die Bildung eines Gleitfilms. Sympathische Nervenfasern vermindern diese.
Quelle
- I care Anatomie, Physiologie. 2., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-163254
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