Es gibt verschiedene Konzepte der Taktischen Verwundetenversorgung. Die TECCTECC Tactical Emergency Casualty Care - Versorgungskonzept für Verletzte im Taktischen Setting. Das gleichnamige Kursformat richtet sich an medizinisches Fachpersonal.-Guidelines sind die Leitlinien für die Taktische Notfallmedizin außerhalb kriegerischer Konflikte. Die Phasen bzw. Zonen der Taktischen Verwundetenversorgung unterscheiden sich von den Phasen des TCCC.
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Zoneneinteilung nach TECC
Die Taktische Notfallversorgung (englisch: Tactical Emergency Casualty Care, kurz TECC) wird in drei Zonen eingeteilt:
- Direct Threat Care (DTC) – Versorgung bei direkter Bedrohungslage (Rote Zone oder Heiße Zone)
- Indirect Threat Care (ITC) – Versorgung bei indirekter Bedrohungslage (Gelbe Zone oder Warme Zone)
- Evacuation Care (EVAC) – Versorgung in der Evakuierungszone (Grüne Zone oder Kalte Zone)
Diese Zonen bestimmen die Maßnahmen und das jeweilige Ziel der Patientenversorgung. Die TECC Phasen folgen dem gleichen Prinzip wie die Phasen im TCCC, sind aber anders benannt.
Versorgung bei direkter Bedrohungslage (DTC)
In der sogenannten heißen Zone droht unmittelbare Gefahr für die Verletzten und Ersthelfer. Der Unfallort ist nicht sicher.
Beispiele:
- Ein Gewalttäter ist im Nahbereich aktiv
- Das Unfallfahrzeug ungesichert auf der Autobahn
Schwerpunkte sind:
- Bedrohungen unterdrücken
- Rettung von Verletzten aus dem Risikobereich
- weitere Opfer verhindern
Die medizinischen Maßnahmen beschränken sich auf die Kontrolle lebensbedrohlicher Blutungen nach Außen.
Versorgung bei indirekter Bedrohungslage (ITC)
Auch in der warmen Zone besteht eine potenzielle Bedrohung für Verletzte und Helfer. Im Gegensatz zur heißen Zone besteht diese Bedrohung aber nicht unmittelbar.
Beispiele:
- Ein Gewalttäter ist von der Polizei noch nicht gestoppt und befindet sich vermutlich noch in der Nähe.
- Das Unfallfahrzeug steht auf dem Standstreifen einer Autobahn.
Schwerpunkte sind:
- Lebensrettende Maßnahmen
- Awareness für die weiterhin potenzielle Bedrohung
Versorgung in der Evakuierungszone (EVAC)
Eine akute Bedrohung ist in der Evakuierungszone bzw. kalten Zone nicht zu erwarten.
Die Maßnahmen richten sich nach den allgemeinen Versorgungs-Standards. Es stehen ausreichend Versorgungs- und Transportmittel zur Verfügung.
Schwerpunkt:
- Individualversorgung herstellen und aufrecht erhalten
Relevanz für die Praxis
Bedrohungslagen sind für den Rettungsdienst selten. Im Idealfall ist der Rettungsdienst weder in der heißen noch in der warmen Zone. Sollte es zu einer Situation unter direkter Bedrohung kommen, müssen die Maßnahmen angepasst werden. Die Maßnahmen orientieren sich dabei an den TECC Phasen. Die Phasen enthalten konkrete Empfehlungen zu den anzuwendenden Maßnahmen.
Die Prinzipien lassen sich auch außerhalb von gewalttätigen Bedrohungslagen anwenden. Beispiele sind Einsätze auf Baustellen, im fließenden Verkehr und auch bei Naturkatastrophen. Das Rettungsdienstpersonal sollte die Konzepte auch kennen, wenn Patienten aus der warmen Zone übergeben werden. So kann man in etwa einschätzen, wie der Patient vorversorgt wurde.
Quellenangaben
- TECC Deutschland. (2024). Tactical Emergency Casualty Care Guidelines. In TECC (Bde. 1–2, S. 2–9) [Report]. https://www.c-tecc.org
- Naemt. (2021). German TECC 2E Print Course Manual.
- Technicians, N. A. O. E. M. (2019b). PHTLS: Prehospital Trauma Life Support, Military Edition. Jones & Bartlett Publishers.
- Naemt. (2016b). Präklinisches Traumamanagement: Prehospital Trauma Life Support (PHTLS), Deutsche Bearbeitung durch PHTLS Deutschland und Schweiz.









