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Reanimation nach Ertrinken

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Reanimation nach Ertrinken

Besonders in den Sommermonaten ist ein Anstieg an Patienten die ertrinken zu beobachten. Grundsätzlich ist bei der Reanimation den Standard Basic-Life-Support und Advanced-Life-Support Empfehlungen zu folgen. Dieser Beitrag fasst das Vorgehen für die Reanimation nach Ertrinken zusammen.

Gefahr des Ertrinkens #

In den Sommermonaten kommt es vermehrt zu Unfällen durch Ertrinken. Grund dafür sind bei Kindern fehlende oder unzureichende Schwimmfähigkeit, unerwartete Strömung oder unerwartet kaltes Wasser.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen kommen Alkohol und Selbstüberschätzung als häufige Ursachen hinzu.

Trockenes Ertrinken / Nasses Ertrinken (veraltet) #

Definiert wird Ertrinken als Ersticken durch die Aspiration von Flüssigkeit mit anschließender Asphyxie.

Man kann Ertrinken in nasses (85% der Betroffenen) und trockenes Ertrinken (15% der Betroffenen) unterscheiden. Diese Einteilung gilt nach neueren Entwicklungen als überholt, wird aber immer noch gelehrt.

Nasses Ertrinken: #

Durch Eindringen von Flüssigkeit kommt es zu einem reflektorischen Laryngospasmus. Durch den Atemantrieb löst sich dieser und es kommt zum Einatmen von Wasser in die Lungen.

Trockenes Ertrinken: #

Beim trockenen Ertrinken löst sich der Laryngospasmus nicht. Damit dringt kein Wasser in die Lungen ein. Daher die Bezeichnung trockenes Ertrinken.

Atemweg und Beatmung #

Bei einem Notfall im und am Wasser ist immer an den Eigenschutz zu denken!

Sobald der Patient im Wasser erreicht ist, soll mit Atemspenden begonnen werden. Thoraxkompressionen können auch in einem fahrenden Boot begonnen werden.

Die Reanimation wird mit 5 Beatmungen, im Idealfall mit einem hohen Sauerstoff-Flow begonnen. Anschließend wird mit hochwertigen Thoraxkompressionen im Verhältnis 30:2 (Erwachsene) bzw. 15:2 (Kinder) begonnen. So früh wie möglich sollte ein Erweiterter Atemweg etabliert werden.

Vorgehen bei einem Ertrinkungsunfall #

Reanimation nach Ertrinken
  • Eigenschutz beachten!
  • Sofern möglich, noch im Wasser mit Atemspenden beginnen bzw. auf einem Boot mit Thoraxkompressionen.
  • Initial mit 5 Beatmungen beginnen.
  • Atemweg sichern und Sauerstoff verwenden.
  • Hypothermie bedenken und extrakorporale Kardiopulmonale Reanimation (eCPR) thematisieren
  • ggf. eine andere Ursache für den Kreislaufstillstand thematisieren (z.B. Herzinfarkt) – Nutze dazu die 4H und HITS

Zusammenfassung #

Die reversible Ursache bei der Reanimation nach einem Ertrinkungsnotfall ist die Hypoxie. Der Grund für das Ertrinken und den Kreislaufstillstand können aber auch ein Herzinfarkt oder Erschöpfung sein.

Aufgrund der Hypoxie wird mit 5 Beatmungen begonnen. Körpertemperatur beachten und eCPR erwägen. Bei der Reanimation nach Ertrinken steht der Eigenschutz im Vordergrund und sollte immer bedacht werden.

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Quellenangaben #

  • Lott, C., Truhlář, A., Alfonzo, A., Barelli, A., González-Salvado, V., Hinkelbein, J., . . . Soar, J. (2021e). Kreislaufstillstand unter besonderen Umständen. Notfall + Rettungsmedizin, 24(4), 447–523. https://doi.org/10.1007/s10049-021-00891-z
  • Davis, C. A., Schmidt, A. C., Sempsrott, J. R., Hawkins, S. C., Arastu, A. S., Giesbrecht, G. G. & Cushing, T. A. (2024). Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Treatment and Prevention of Drowning: 2024 Update. Wilderness And Environmental Medicine, 35(1_suppl), 94S-111S. https://doi.org/10.1177/10806032241227460