Subarachnoidalblutung (SAB)

Subarachnoidalblutung (SAB)

Die Subarachnoidalblutung (SAB) ist ein neurologischer Notfall mit besonderer Relevanz für den Rettungsdienst. Der potenziell lebensbedrohliche Notfall sollte erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Dieser Beitrag zeigt dir einen groben Überblick.

Rescuelearn Beitrag Subarachnoidalblutung (SAB) kurz und knapp

Subarachnoidalblutung

Einblutungen in den Subarachnoidalraum werden als Subarachnoidalblutung (SAB) bezeichnet. Ursache sind meistens intrakranielle Aneurysmen mit besonders labilen Wänden. Eine Läsion führt zur SAB. Als Folge der Blutung gefährden reaktive Vasospasmen die zerebrale Perfusion. Meistens ursächlich ist eine Aneurysmaruptur.

Seltenere Formen:

  • traumatische Subarachnoidalblutung
  • durch Pilzinfektion bedingte Subarachnoidalblutung
  • tumorbedingte Subarachnoidalblutung

Subarachnoidalraum

Subarachnoidalraum

Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren einer SAB gehören die folgenden Erkrankungen:

  • Nikotinabusus
  • Alkoholabusus
  • arterielle Hypertonie
  • positive Familienanamnese
  • genetische Prädisposition
  • Östrogenmangel (z.B. Frauen in der Menopause)
  • regionale Häufung (hohe Inzidenz in Finnland und Japan)

Der Einfluss von Hormonpräparaten und Gerinnungshemmern ist umstritten. Sie werden häufig zu den Risikofaktoren gezählt.

Symptome

  • Leitsymptom: akuter Kopfschmerz
    • hohe bis maximale Intensität
    • Vernichtungskopfschmerz
  • 30-50% der Patienten berichten Tage oder Wochen zuvor von neuen Kopfschmerzen
  • Vigilanzminderung häufig
    • (in ⅔ Fällen)
    • teils nur vorübergehend
  • Krampfanfälle
  • fokale neurologische Defizite
  • Meningismus
  • vegetative Symptomatik:
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Fieber
    • Blutdruckanstieg
    • Herzrhythmusstörungen

Maßnahmen

  • Vorgehen nach ABCDE
  • Apparative Überwachung mit EKG, SpO2, RR
  • O2-Gabe mit Ziel > 95%
  • peripher venöser Zugang (keine Transportverzögerung)
  • Oberkörperhochlagerung ca. 30°
  • Schneller Transport in ein geeignetes Krankenhaus
    • Voranmeldung
  • Symptomatische Behandlung
  • Blutdruckmanagement (MAP von 60–90mmHg)
  • ggf. Antiemetika
  • Intubation erwägen

Ein schneller Transport in ein Krankenhaus mit Interventionelle Neuroradiologie / Neurochirurgie hat Vorrang zu Maßnahmen. Die Anlage eines Zugangs soll nicht den Transport verzögern.

Zusammenfassung

Die Einblutung in den Subarachnoidalraum wird als Subarachnoidalblutung bezeichnet. Die häufigste Ursache ist die Ruptur eines Aneurysmas. Zu den Symptomen zählt ein plötzlicher Vernichtungskopfschmerz, häufig mit Übelkeit und Erbrechen und weiteren Auffälligkeiten. Denke bei Vigilanzminderung auch immer an eine SAB.

Quellen

  • Flemming, A., Friedrich, L., Ringe, B., Ruschulte, H. & Tongers, J. (2024). Taschenatlas Notfallmedizin. https://doi.org/10.1055/b000000070
  • Topka, H., Eberhardt, O., Almer, S., Arnold, J., Bartels, A., De Dios Ferreras, M. Y., Eberhardt, O., Ebner, C., Funke, D., Gonschor, L., Von Gleichenstein, G., Hermisson, M., Hübl, J., Krammer, C., Kürsten, M., Yu, L. L., Schreiner, R., Thanbichler, F., Topka, H., . . . Zeller, F. (2023). Neurologische Notfälle. https://doi.org/10.1055/b000000450

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