Ingestion von Knopfzellen

Ingestion von Knopfzellen

Der Begriff Ingestion beschreibt die Aufnahme über den Mund.Die Einnahme von Knopfzellen im kindlichen Alter ist ein seltener, aber ein lebensgefährliche Notfall. Es kommt zu Verätzungen, welche unmittelbar schwere Schäden auslösen können. Bei Verdacht auf Knopfzellen Ingestion muss die Therapie eingeleitet und das Kind schnellstmöglich in das nächstgelegene, geeignete Krankenhaus gebracht werden.

Visueller Beitrag

Ein pädiatrischer Patient mit Verdacht auf eine Knopfzellen Ingestion muss unter Voranmeldung ins Krankenhaus gebracht werden.

Durchmesser und Stromstärke

Bei der Ingestion einer Knopfzelle gilt: Je größer der Durchmesser und je höher die Stromstärke, desto größer sind die auftretenden Schäden.

Es kommt bereits nach kurzer Einwirkzeit der Knopfzelle zu oberflächlichen Verätzungen des Ösophagus und der anschließenden Hohlorgane.

Auch das Risiko der Atemwegsverlegung durch eine Knopfzelle ist bei jüngeren Kindern nicht zu unterschätzen.

Schäden durch Knopfzellen

Eine 3V (ca. 220 mAh) Knopfzelle mit 25 min Einwirkzeit an einem Kochschinken:

Ingestion von Knopfzellen
Eine 3V (ca. 220 mAh) Knopfzelle mit 25 min Einwirkzeit an einem Kochschinken.

Symptome

Die auftretenden Symptome sind unspezifisch. Typische Symptomatik von Atemwegs- oder Magen-Darm-Erkrankungen treten häufig auf. Ebenso finden sich Schluckbeschwerden, Fieber, Husten, Verweigerung von Essen oder Trinken und thorakale oder abdominelle Schmerzen.

Maßnahmen

Initial soll das Kind nach dem pädiatrischen Beurteilungsdreieck beurteilt werden. Anschließend ist nach dem XABCDE-Schema vorzugehen. Bei Verdacht ist der schnelle Transport unter Voranmeldung indiziert. Bei Atemwegsproblemen ist symptomatisch zu handeln. Mit Honig kann gegen die Verätzung gearbeitet werden.c

Therapie mit Honig?

Klingt wie ein altes Hausmittel. Findet sich aber tatsächlich in der Leitlinie. Honig ist leicht sauer und wirkt daher gegen das alkalische Mileu, dass sich durch den Stromfluss bildet. Die Dosis von 10 ml Honig (ca. 2 TL) soll bis zu 6 mal wiederholt werden. Honig ist nur bei Kindern über 12 Monaten anzuwenden. (Botulismus Gefahr)

Indikation

  • Lithium-Batterie oder Batterietyp unbekannt
  • >12 Monate alt
  • Ingestion <12 Stunden
  • Honig sofort verfügbar

Kontraindikation

  • Dysphagie
  • Vigilanzminderung
  • < 12 Monate alt
  • Ingestion > 12 Stunden

Zusammenfassung

Eine Knopfzelle ist nicht zu unterschätzen. Es drohen Verätzungen innerhalb weniger Minuten. Kinder, die eine Knopfzelle verschluckt haben, müssen mit Voranmeldung in eine Kinder-Notaufnahme gebracht werden.

Honig kann gegen lokale Schäden helfen. Hier sind die Indikation und Kontraindikationen laut Leitlinie zu beachten. Denke immer daran, dass bei Schluckstörungen auch der Atemweg potenziell gefährdet ist.

Quellenangaben:

Hoagland MA. et al. Anesthetic Implications of the New Guidelines for Button Battery Ingestion in Children. Anesth Analg 2020; 130: 665 -672 doi:10.1213/ANE.0000000000004029

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